Was hat das alles mit uns zu tun?

Mit ihrer Außen-, Wirtschafts- und Entwicklungspolitik beeinflusst auch die Bundesrepublik Deutschland die Lebensbedingungen von Ureinwohnern unmittelbar. Tiefflugübungen der Bundesluftwaffe über dem Gebiet der Innu in Labrador, Beteiligung deutscher Firmen und Banken am Staudammbau oder Öl-Pipeline-Projekten sind dafür ebenso Beispiele wie die Einfuhr von Erdöl oder Erdgas aus Sibirien, deren Förderung das Land der Chanty und Mansi verwüstet. Die Russische Föderation ist der mit Abstand wichtigste Lieferant von Erdgas und Erdöl für die Bundesrepublik Deutschland.

Deutsche Banken haben an der Finanzierung von Projekten in Ureinwohnergebieten mitverdient. Die Deutsche Bank half zum Beispiel mit, den Bau der ersten von insgesamt sechs geplanten Staustufen am Bío-Bío-Fluss zu finanzieren, der in Mittelchile im Gebiet der Mapuche-Indianer liegt. AEG lieferte, gestützt von Hermes-Bürgschaften, technische Ausrüstung. Das hier errichtete Pangue-Kraftwerk ging 1997 ans Netz. Die gerade fertig gestellte 2. Staustufe Ralco wurde wegen der verheerenden Umweltfolgen des Gesamtprojektes sogar von der Weltbank abgelehnt.

In Ecuador ko-finanzierte die Westdeutsche Landesbank die OCP – Ölpipeline, die nicht nur durch fünf Naturschutzgebiete führen wird, sondern auch die verbrieften Landrechte der Quiche-Indianer verletzt. Ihre Gemeinde Saraycu leistet seit Jahren entschieden Widerstand gegen die Pipeline, denn die Erfahrung mit der 1970 fertig gestellten SOTE-Pipeline ist verheerend. Sie ist nicht rentabel und führte zu katastrophalen Umweltschäden durch austretendes Öl.