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Westsibirien: Ölrausch in der Taiga |
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Freitag, 9. Juli 2004 |
RUSSISCHE FÖDERATIONChanty- Mansi - Nenzen Die
Russische Föderation verfügt über gewaltige Öl- und Gasvorkommen. Für
die Bundesrepublik ist das Land der mit Abstand wichtigste Lieferant
beider Rohstoffe. Größtenteils werden sie in der westsibirischen Region
Tjumen' gefördert. Die Rechte der einheimischen Rentiertzüchter,
Fischer und Jäger bleiben dabei auf der Strecke. |
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Uranbbau in Kanada auf Gebiet der Cree und Dene |
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Freitag, 9. Juli 2004 |
Land: Canada, Nördlicher Teil der Provinz Saskatchewan, Indigene Völker: Dene, Cree, Metis, Anishinabe, Lakota, Salteaux Betroffen: Cree und Dene (Denesuline) sowie MetisUranbbau in Kanada auf Gebiet der Cree und DeneDie weltgrößten Uranminen liegen im Norden der Provinz Saskatchewan, Canada. Die
„First Nations" der Region haben sich von Anbeginn des Uranabbaus (vor
mehr als 30 Jahren) gegen die Uranbergwerke ausgesprochen, ohne ihr
Ziel – Anerkennung ihrer vertraglich gesicherten Landrechte und Stopp
des Uranabbaus bzw. seine Eingrenzung - zu erreichen. Nach
offiziellen Feststellungen eines Regierungsausschusses (FEARO-Panel)
leben die indigenen Gemeinden im Norden von Saskatchewan nach wie vor
unter 3.-Welt-Bedingungen, während aus ihren traditionellen Territorien
Rohstoffe, insbesondere Uran, aber auch Gold und Diamanten, im Werte
von vielen Millionen $$$ abgebaut werden. Mitte der 90er Jahre ist der
Uranabbau mit einer Welle neuer Bergwerksprojekte ausgeweitet worden,
während die Landrechtsfrage nicht geklärt wurde und die indigene
Bevölkerung in einem der reichen „G7-Staaten" nach wie vor unter
massiven sozialen, ökonomischen und menschlichen Problemen leidet. |
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Adivasi und Industrialisierung in Indien |
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Freitag, 9. Juli 2004 |
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Indien, Bundesstaat Orissa, Distrikt Sundargarh,Rourkela (an der Grenze zu Jharkhand) Betroffene Adivasi-Gemeinschaften: Oraon, Munda, Kharia, Bhumji, Kolha und Kisan Ein vom Stahlwerk Rourkela betroffener Adivasi: Die
dikus (= Nicht-Adivasi) wollen einem jungen Reh einen Schlegel
herausreißen und es dann verenden lassen. Ist das recht? Einem
Elefanten den Rüssel abhacken und ihn dann verbluten lassen. Ist das
recht? Den Pfeil im Körper des wilden Ebers stecken lassen, dass er bis
zum nächsten Sonnenaufgang brüllt und dann stirbt. Ist das recht? Der
Taube die Federn ausreißen und zusehen, wie sie langsam krepiert. Ist
das recht? Aus: Stimmen der Adivasis, Bonner Siva Series, 2001. Über
z.T. Jahrtausende hatten sich Angehörige der Oraon, Munda, Kharia,
Bhumji, Kolha und Kisan in die Bergregion um Rourkela (Unionsstaat
Orissa) zurückgezogen. Sie lebten vom Ackerbau und den Früchten des
Urwalds. Heute ziehen dort düstere Rauchschwaden über riesige
Slumsiedlungen, verschmutzen Chemikalien und Schmiermittel den Fluss.
Der einst dichte Urwald ist verschwunden, aus dem Dorf Rourkela mit
deutscher Unterstützung eine Industriestadt geworden. In den 1990er
Jahren wurde das Stahlwerk Rourkela mit deutscher Unterstützung
modernisiert. Es gilt als Erfolgsprojekt der Entwicklungszusammenarbeit
zwischen Indien und Deutschland. |
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Staudamm am Bío Bío / Chile |
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Freitag, 9. Juli 2004 |
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Im Stammland der Pehuenche–Mapuche am Bío Bío Fluss wird seit 1991 ein Staudammkomplex mit sechs Staustufen gebaut. Die erste Staustufe „Central Pangue“ ging im April 1997 ans Netz. Die zweite Staustufe „Ralco“ wird seit 22. April 2004 geflutet. Die letzten 450 Pehuenche wurden nach langem Widerstand umgesiedelt, viele ihrer Friedhöfe und heiligen Stätten werden unter den Fluten verschwinden. Ein Umweltverträglichkeitsgutachten für die Pangue Staustufe und ein Gutachten der staatlichen Behörde zur Entwicklung der Ureinwohner (CONADI) fielen negativ aus, die Indigenen wurden im Vorfeld des Projekts nicht konsultiert. Trotzdem gehen auch die anderen vier Staudämme in Planung. |
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Gran Chaco (Argentinien, Bolivien, Paraguay) |
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Freitag, 9. Juli 2004 |
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Indigene Völker: Guaraníes, Weenhayek, Tapiete, Wichi, Chorote, Nivaklé, Toba, Pilagá
Zerstörung des Rio Pilcomayo
Indigene Gemeinden von 8 Völkern, die entlang des Rio Pilcomayo im Gran Chaco leben und hochgradig von ihm abhängig sind, werden Opfer von Bergbau und hydrotechnischen Bauten zur Flussregulierung. Mit Unterstützung der EU werden Fluss- und Ressourcenmanagement-Projekte ohne Berücksichtigung indigener Lebensrechte geplant und gefördert.
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